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Tomas Sauter/Daniel Schläppi/Jorge Rossy

«Frühlingstag, Wunderland
Die Musik des Gitarristen Tomas Sauter und des Bassisten Daniel Schläppi ist von einer Art, dass sie leicht übersehen oder überhört wird. Das liegt an ihrer Qualität. Sie drängt sich keinem auf, springt niemandem, wham bang, ins Gesicht. Kein Zufall, dass die beiden gleich bei ihrer ersten Zusammenarbeit, dem Album ‹Indian Summer› (2006), eine naturbezogen jahreszeitliche Metapher als Titel und einen Blütenzweig als Cover wählten. Sauter/Schläppi geht es ums Organische, um eine Kunst, die eher gewachsen ist als gemacht. Nimmt man sie wahr, scheint es, als wäre sie schon immer da gewesen, wie ein Stück Landschaft, das durch den besonderen Ausschnitt zur Kunst wird. Was, versteht sich, nur die halbe Wahrheit ist. Die andere besteht aus Arbeit, Erfindung, Technik, Erfahrung. In Sauters Gitarrenspiel schwingt die ganze Geschichte der Gitarre, inner- und ausserhalb des Jazz, von schnellfingerigen swingenden Pizzicati aus der Linie Charlie Christian-Wes Montgomery-John Scofield über versponnen Lyrisches aus der Schule Jim Hall-John Abercrombie-Bill Frisell (zumal die Folk-Einsprengsel des letzteren gleissen wiederholt auf), bis, selbstverständlich, zu Querschlägen und Elektrolandschaften in memoriam Jimi Hendrix.
Und doch ist, in seinen Kompositionen, in seinem Spiel, Sauter immer ganz himself. Nicht anders als Schläppi, der sich, ein Kuriosum, in seiner Musik ebenso mit Fundamentalem befasst wie ausserhalb (er ist promovierter Historiker, Fachgebiet: ältere Schweizer Geschichte). Den beiden ist in diesem Jahr ein besonders poetisch blühendes Duo-Album geglückt, ‹First Day in Spring›, eine subtile, behutsame Folge von ‹Stücken nach der Natur›, durchsetzt von kleinen Anekdoten. Und soeben haben sie die intime Introspektion ins Trio geweitet, durch den Zuzug des Drummers Jorge Rossy, dessen nerviges und feines Schlagzeug wir von der Zusammenarbeit mit Brad Mehldau kennen. Eine wunderbare Scheibe, mit Kabinettstücken wie der ‹Giant Steps›-Travestie ‹Minor And Major Steps› und, mir besonders lieb, herzergreifend Balladeskem. World class made in Switzerland.»
Peter Rüedi, Weltwoche, 27.10.2011

Wunderschöne Fortsetzung des Frühjahrs-Vergnügens
«Kein Jahr nach der wunderschönen Duo-CD ‹First Day In Spring› ist zum Sauter/Schläppi-Duo nun Jorge Rossy gestossen, um für eine nicht minder wunderschöne Fortsetzung des Frühjahrs-Vergnügens zu trommeln. Weit weg von seinen Tranceactivity-Aktivitäten auf ‹Findling› (auch schon 2011) produziert der Bieler Tomas Sauter mit den Seinen in der Tat ein ‹Wonderland›, wie es Gitarren-Aficionados sich nicht schöner wünschen könnten. Es fängt an in dem langen, langsamen ‹The Samt But Not The Same›, einem Paradebeispiel dramatisch klugen Aufbaus und endet in dem akustischen ‹Petit Dance›, der, obwohl gar nicht so simpel, gar nicht mehr aus dem Gehörgang will. Dazwischen lauter Preziosen, die elegante, nie kühle Diktion in ‹Eos› mit langen, meisterhaft von gebrochenen Akkorden durchsetzten Linien, in denen alles durchdacht aber nie zerdacht. ‹Blue Demon› wird zwischen treibenden Flageoletts und wohldosiertem Einsatz klangerweiternder Mittel eine Mini-Exkursion durch die Geschichte der nichtklassischen Gitarre. ‹No Sleep Till Wonderland› ist 2/3 Sauter und 1/3 Frisell; ‹First Day in Spring› ist ein hauchzartes, hinreissend schönes Trio-Remake des Titelstücks des Duo-Albums. Als Pendant zu den improvisierten ‹Anecdotes IV‒VI› hier drei ‹Crossings›, je ein Feature fürs Duo, für Rossy und für Schläppi. ‹Minor And Major Steps› nutzt das Prinzip Giant Steps lediglich als Folie für eine perfekten Neobop-Chaser; und ‹Puiki› bietet noch einmal federleichten Swing für eine weitere wunderschöne Ballade. ‹Wonderland› ‒ ein Wunderland.»
Alexander Schmitz, Jazzpodium / D, 12.2011

«Neue Dimension ... hochklassig»
Jazzthetik / D, 12.2011

«Im Trio noch atmosphärischer
Die beiden Berner Jazzer Tomas Sauter und Daniel Schläppi bilden seit Jahren ein symbiotisches Klanggespann, das sich der Suche nach schönen Sounds und dem perfekten Klang verschrieben hat. Als Duo spielten der Gitarrist und der Bassist – beide auch sonst viel beschäftigt – bereits zwei CDs ein. Nun haben sie den Aufbruch gewagt und sich mit Drummer Jorge Rossy zum Trio erweitert. Und der katalanische, in Basel unterrichtende Schlagwerker – bekannt etwa vom Brad Mehldau Trio und Aufnahmen mit Chick Corea oder Danilo Perez – wirkt als Katalysator. Der balladesken, entschleunigten Musik des Berner Gespanns gibt er nicht nur ein rhythmisches Fundament, er verleiht ihr eine atmosphärische, gleichsam fassbare Körperhaftigkeit.»
Radio DRS Kulturtipp, Nr. 25, 11.2011

Wonderland
«Der Titel beschreibt trefflich die Orte, an die diese wundervolle Musik entführt. Das Schweizer Gitarre-Bass-Duo Sauter/Schläppi hat in der Vergangenheit auf seinem eigenen Label Catwalk durchweg berückende CDs von hoher Klang- und Spielkultur vorgelegt und kommt nun mit dem einstigen Brad Mehldau-Schlagzeuger Jorge Rossy auf einem neuen Gipfel an. Was sie zu dritt an Atmosphären zaubern, mutet so souverän leicht an, dass die handwerklichen Finessen der Instrumentalisten wie selbstverständlich in einem grossen linden Fluss aufgehen. Wohlfühlstimmung von weitem, nie banalem Format wächst so, kontemplative Musik, die mal verstärkt, mal rein akustisch, mal mit angezogenem Tempo, mal balladesk relaxt nicht nur Gitarrennerds einlädt zum Versinken.»
Leipziger Volkszeitung, 12.2011

«Der Schweizer Tomas Sauter ist einer jener jungen Gitarristen, die diesen zeitlosen, unverstellten, ja: fast spröden Ton pflegen. Beim Studium mit John Abercrombie lernte Sauter das Mehr des Weniger kennen, die Transparenz und Leichtigkeit überzeugender Phrasierungen im Dialog mit gerade einmal ausreichend Akkordstruktur, um Kompositionen schlüssige Gerüste zu bauen. Doch Sauter kann mehr: flirrende Dissonanzen und angezerrte Echoriffs so lange in den Raum stellen, bis sie sich zu atmosphärischen Soundbildern verdichten. Schwärmt hier jemand? Jawoll, und zwar so unverschämt, dass er fast Daniel Schläppi und Jorge Rossy unterschlagen hätte, den Motor dieses ungemein attraktiven Trios. ‹Wonderland› hat herzzerreissende Balladenmomente zu bieten, nervöse Uptemporocker und überraschende Akustikpreziosen – und Nichtgitarristen dürfen das Album ungestraft auch einfach nur schön finden.»
kulturnews.de / D, 11.2011

Betörend leichtfüssiger Tanz durch die Genres
«Aller guten Dinge sind drei. Offenbar lautete so der Vorsatz des Schweizer Gitarristen Tomas Sauter für 2011. Drei CDs hat er in diesem Jahr herausgebracht – und die letzte ist so etwas die Krönung seiner ungewöhnlichen Veröffentlichungstaktik. ‹Wonderland› zieht gewissermassen die Summe aus den beiden vorangegangenen Sauter-CDs in diesem Kalenderjahr. Zeigte sich der Eidgenosse auf der Einspielung ‹Findling› noch als Klangforscher mit Sinn für Loops, Resonanzfilter und Ringmodulatoren, so schlug er mit der feinnervigen Duo-Aufnahme ‹First Day In Spring› den Weg ein, der direkt zu ‹Wonderland› führt.
Hier wie da ist Kontrabassist Daniel Schläppi der verlässliche Komplize des wandlungsfähigen Gitarristen. Hinzu kommt nun Schlagzeuger Jorge Rossy, der für die Trio-Konstellation als langjähriger Partner von Brad Mehldau bestens qualifiziert ist. Sauter, Schläppi und Rossy durchmessen bei ihrem Trip durchs Wunderland die verschiedensten Gefilde. Swingender, melodiös eigenständiger Gitarren-Trio-Postbop gehört zum Exkursionsgebiet genauso wie der akustische Kammerjazz eines Ralph Towner, vor Jimi Hendrix wird sich mit flirrenden Flageoletts verbeugt, und sogar John Coltrane erfährt mit einer höchst eigenständigen Bearbeitung von ‹Giant Steps› eine Huldigung.
Das grösste Wunder ist aber, wie selbstlos sich die drei Instrumentalisten in den Dienst der Musik stellen. Die mag harmonisch und metrisch stellenweise höchst komplex sein – aber das Ergebnis ist kein Eierkopfjazz, sondern ein betörend leichtfüssiger Tanz durch die Genres.»
Josef Engels, Rondomagazin / D, 07.01.2012


«Kammermusikalisches Jazzereignis … den europäischen Jazz manifestierendes Werk»
Westzeit / D, 11.2011

 Gekonnte musikalische Bewusstseinserweiterung
«Zeitlos schönes musikalisches Wunderland […] ‹Wonderland› haben Tomas Sauter, Gitarre, Daniel Schläppi, Bass, und Jorge Rossy, Drums, ihr Album betitelt. Das Wundersame und Wundervolle liegt in dem freien Lauf der musikalischen Intuition, aus dem ein Bandsound und ein Zusammenspiel wie aus einem Guss entstehen. Bei diesen drei Schweizern hört man, wie in der Zurücknahme des eigenen Egos im Kollektiv etwas unaufdringlich Souveränes wachsen kann. Keine virtuose Kraftmeierei ist hier am Werk, die drei entschweben zusammen in ein atmosphärisches Wunderland des Jazz mit trancigen Tönen. Das ist gekonnte musikalische Bewusstseinserweiterung.»
Michael Seyfert, Kulturradio rbb / D, 10.01.2012

In diesem Ausmass seltene künstlerische Selbstbestimmung
«Die bislang letzte CATWALK-Produktion ist ‹Wonderland›, auf welcher mit dem langjährigen Schlagzeuger von Brad Mehldau, Jorge Rossy, erstmals ein grosser internationaler Name für eine CATWALK-CD verpflichtet werden konnte. […]
Es ist faszinierend, wie nachhaltig sich die Musik des Zweigespanns Sauter-Schläppi durch die Hinzuziehung von Jorge Rossy verändert hat. Die Formel, die ‹Wonderland› zugrunde liegt, ist nicht zwei plus eins, sondern drei, wobei drei für ein Trio steht, in dem der Bass vom intim flüsternden Gesprächspartner zum rhythmischen Rückgrad der Band mutiert ist, die sich wiederum ‹gitarrenlastiger› anhört.»
Jazz’n’more / CH , 01.2012